Am Anfang stand der GTi

Die Geschichte des Suzuki Swift Sport im Interview mit Thomas Wysocki und Niki Schelle

Im Frühjahr 2018 kommt die 3. Generation des Suzuki Swift Sport auf den Markt. Der Erfolg des dynamischen Kleinwagens hat viele Väter. Zwei davon kommen hier zu Wort: Thomas Wysocki, Director Sales and Marketing Automobile bei Suzuki, und Niki Schelle, Ex-Rallye-Fahrer, Autoexperte und langjähriger Partner von Suzuki, berichten über die einzigartige Geschichte der sport-lichen Kleinwagenikone und ihr ganz per-sönliches Verhältnis zum Suzuki Swift Sport.

Herr Wysocki, seinen Ursprung hat der Swift Sport im 1986 eingeführten Swift GTi. Was macht die Faszination dieses Modells aus?

Wysocki

Wysocki

Der Swift GTi war seiner Zeit damals weit voraus – mit 74 kW/101 PS Leistung nahm das kleine Kraftpaket damals eine Ausnahmestellung im Kleinwagensegment ein. Wenn der GTi mit seinen leichten 750 kg um die Kurve kam, musste sich sogar der ein oder andere Sportwagen umsehen! Und das bei einem Verbrauch von nur 6,7 Litern. Schon damals war klar, dass dieses Fahrzeug das Potenzial zum Topseller hat. Und so wurde 2006 aus dem Swift GTi der Swift Sport – das neue Flaggschiff der Swift Modellreihe. Damals war ich General Manager Sales Automobile bei Suzuki, also ganz nah dran. Auch Niki war damals schon im Boot, stimmt’s?

Schelle

Schelle

Ja, das ist richtig. Partner von Suzuki bin ich bereits seit 2002, 2004 war mein erster Einsatz für Suzuki bei der Deutschen Rallye-Meisterschaft. 2006 hat dann der Swift Sport direkt ein beeindruckendes Debüt in der Rallye-Welt hingelegt – mit ihm belegte ich den 3. Platz in der Super-1600- Wertung bei der Rallye Deutschland.

Suzuki Swift GTi

Herr Schelle, was sind Ihre
Erinnerungen an den GTi?

Schelle

Ich bin Ende der 80er Jahre so richtig auf den Swift aufmerksam geworden – in der Hochphase meiner Rallye-Karriere und schon vor meiner aktiven Zeit bei Suzuki. Mit ihrem sportlichen Charakter hat mich natürlich die GTi-Variante besonders interessiert. Der 1.3-Liter-Motor (113 Nm bei 5.400 U/min) mit 188 km/h Spitzengeschwindigkeit war damals mehr als nur fortschrittlich – ein echter kleiner Renner, der mit seinen 750 kg Gewicht und 74 kW/101 PS ein ordentliches Tempo vorlegte. Klein, schnell, schick – so ganz nach meinem Geschmack.

Stimmt es, Herr Schelle, dass Sie später stets an der Entwicklung der Swift Sport Modelle beteiligt waren und immer noch sind?

Suzuki Swift Sport

Schelle

Ja, das ist richtig. Wie schon gesagt, bin ich seit 2002 Suzuki Testfahrer und hatte so die Möglichkeit, mich aktiv an der Entwicklung des Serienmodells zu beteiligen, das dann 2006 auf den Markt kam. Die erste Generation des Swift Sport hat schließlich da angesetzt, wo der GTi aufgehört hatte.

Ein 1.6-Liter-Vierzylindermotor generierte 92 kW/125 PS Leistung und beschleunigte den Dynamiker in nur 8,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Vom Spaßfaktor des Swift Sport können sich seit 2007 auch die Teilnehmer der Suzuki Driving Xperience überzeugen, eines Suzuki eigenen Fahrsicherheitstrainings, das ich leiten darf.

Das Doppelendrohr ist übrigens bis heute eines der markantesten Erkennungsmerkmale unseres Swift Sport.

Wysocki

Man muss dazu sagen, dass wir bereits seinerzeit auf den knapp 1.100 Kilogramm des Swift Sport eine Menge Sicherheitssysteme und Komfort-Features untergebracht hatten. Für bestmöglichen Schutz der Insassen sorgten eine stabile Fahrgastzelle, eine Sicherheitslenksäule, ein verlet-zungsmindernder Pedalmechanismus sowie Gurt- und Airbag-systeme auf dem Stand der Zeit. Sitzheizung, Privacy Glass sowie elektrisch verstellbare und beheizbare Außenspiegel sind nur einige Beispiele für die Ausstattung, mit der wir den ersten Swift Sport auf die Straße geschickt haben. Als Sportler unter den Swifts zu erkennen war er klar an der Auspuffanlage mit Doppelendrohr, dem Dachkantenspoiler und den 17-Zoll-Leichtmetallfelgen. Das Doppelendrohr ist übrigens bis heute eines der markantesten Erkennungsmerkmale unseres Swift Sport.

Und haben Sie damit den Puls
der Zeit getroffen?

Wysocki

Das kann man wohl sagen. Im ersten vollen Verkaufsjahr haben sich gleich 2.158 Kunden für den Swift Sport entschieden. Als die 2. Generation unseres Kompakt-sportlers auf der IAA 2011 seine Weltpremiere feierte, war der Swift Sport längst eine feste Größe im Segment der sport-lichen Kleinwagen. 2012 lagen die Verkäufe dann bei knapp 2.000 Modellen – wieder also ein voller Erfolg für Suzuki.

Suzuki Swift Sport

Schelle

Und der Fahrspaß hatte sich unter Fans des flotten Antriebs auch herumgesprochen. Zu verdanken war dies dem besonders sportlich abgestimmten Fahrwerk und dem damit sehr direkten Handling. Beim neuen Swift Sport konnten die herausragenden Fahreigenschaften noch weiter optimiert werden. Dazu kam ein eigens für den Swift Sport entwickeltes und optimal auf die Leistungscharakteristik des überarbeiteten 1.6-Liter-Benzinmotors abgestimmtes 6-Gang-Schaltgetriebe. Die Leistung konnte um 8 kW (11 PS) auf nun 100 kW (136 PS) gesteigert werden, das Drehmoment von 148 auf 160 Nm.

Wysocki

Nicht zu vergessen, dass die 4. Generation des Swift im Euro-NCAP-Test seinerzeit die maximale Punktzahl von 5 Sternen erzielt hat. Auf dieser Grundlage wurde auch das Sicherheitskonzept des Swift Sport entwickelt, ohne dass dabei bei der sportlichen Ausrichtung Abstriche gemacht werden mussten. Damit war und ist der Swift Sport ein Klein-wagen, mit dem man gleichzeitig dynamisch und sicher unterwegs ist.

Suzuki Swift Sport

Und nun können die Fans sich auf Version 3 des Swift Sport freuen. Was macht das neue Modell für Sie aus, Herr Wysocki?

Das perfekt abgestimmte Fahrwerk schafft ein Gefühl wie im GoKart.

Wysocki

Dazu muss ich ein kleines bisschen ausholen: Wie schon gesagt habe ich das Glück, bisher alle Generationen des Swift Sport von Anfang an begleitet haben zu dürfen. 2006 haben wir mit der ersten Generation einen echten Sportler auf den Markt gebracht, der einfach Spaß gemacht hat. Und vor allem war er eines: anders als alle anderen. 2011 ist der Swift Sport dann klassischer geworden – noch sportlicher, dynamischer und mit einem weiteren Zuwachs an Fahrsicherheit. Aus den Erfahrungen, die wir mit diesen beiden Generationen gemacht haben, und in Kombination mit unseren neuen, weiterentwickelten Technologien hat sich jetzt der neue Swift Sport entwickelt. Quasi die bisherige Krönung der Modellreihe – wovon ich mich erst kürzlich in Japan bei einer Testfahrt selbst überzeugen durfte. Das Feeling im neuen Swift Sport ist einfach spitze – der 1.4-BOOSTERJET-Motor sorgt für eine sportliche Beschleunigung und das perfekt abgestimmte Fahrwerk schafft ein Gefühl wie im Gokart.

Das klingt ja, als würden wir uns da auf einiges freuen dürfen! Wie sind Ihre Erwartungen im Hinblick auf die Verkaufszahlen?

Wysocki

Da wir dem Ansatz „Fahrspaß mit Vernunft“ treu geblieben sind, gehen wir ganz klar von steigenden Absatzzahlen aus. 2016 erreichte die 2. Generation des Swift Sport einen Anteil von über 20 Prozent an den Gesamtverkäufen der Swift Reihe. Für den neuen Swift Sport rechnen wir mit ähnlich hohen Verkaufszahlen. Seit 2006 haben wir in Deutschland mittlerweile knapp 15.000 Modelle des Swift Sport abgesetzt – diese Zahl werden wir mit der neuen Generation kontinuierlich ausbauen. Der Swift Sport ist Kult und das wird auch so bleiben.